Die Innenstadt im Takt der Besuchenden, ki-generiert
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Deutschlandstudie

Bauchgefühl ist noch keine Innenstadtstrategie

Die Fußgängerzone ist voll, die Seitenstraße bleibt leer. Das Stadtfest gilt als Erfolg, der Einzelhandel beklagt trotzdem fehlende Kundschaft. Und bei der nächsten Sitzung weiß natürlich jeder ziemlich genau, woran es liegt. Willkommen in der Innenstadtentwicklung zwischen persönlicher Beobachtung und gefühlter Gewissheit.

Dabei lohnt der Blick auf die Fakten: Laut Deutschlandstudie Innenstadt 2026/27 ist der Anteil der Menschen, die mindestens einmal wöchentlich eine Innenstadt besuchen, gegenüber 2024 um rund zwölf Prozentpunkte gestiegen. Doch bundesweite Durchschnittswerte verraten noch nicht, welche Straßen profitieren, wo Menschen verweilen oder welche Maßnahmen vor Ort tatsächlich Wirkung zeigen.

Wer Innenstadtentwicklung wirtschaftlich und zielgerichtet betreiben will, muss genauer hinschauen. Anonymisierte Mobilfunkdaten eröffnen dafür neue Möglichkeiten. Matthias Traub von Invenium Data Insights erläutert, wie aus Bewegungsmustern wertvolle Entscheidungsgrundlagen werden – und warum gute Daten lokale Erfahrung nicht ersetzen, sondern besser machen.

stadtimpulse Xpress spezial | Aha-Erlebnisse durch Analyse sichern: Besucherströme messen, verstehen und steuern

Die Innenstadt im Takt der Besuchenden: Mobilfunkdaten als Grundlage für Frequenzanalysen und datenbasierte Innenstadtentwicklung

von Matthias Traub, COO, Invenium Data Insights GmbH

Die Entwicklung von Innenstädten steht vor tiefgreifenden Herausforderungen. Nutzungs-und Besuchsmuster verändern sich kontinuierlich, während Ressourcen gezielt dort eingesetzt werden müssen, wo sie die größte Wirkung entfalten. Stationärer Handel, Gastronomie, Wohnen, Arbeiten und Freizeit stellen unterschiedliche Anforderungen an den Stadtraum, zudem prägen Anwohner*innen diesen dann durch ihre tägliche Nutzung. Kommunen, Stadtmarketingorganisationen und City-Managements benötigen ein belastbares Verständnis davon, wie Innenstädte tatsächlich genutzt werden, um diese weiterzuentwickeln.

Personenfrequenzen im Fokus

Eine zentrale Grundlage hierfür bildet die Analyse der Personenfrequenz. Sie bildet die Basis für viele stadtentwicklungsrelevante Fragestellungen: Wo halten sich Menschen auf? Welche Bereiche werden weniger genutzt und schöpfen ihr Potenzial bislang nicht aus? Wie verändern sich Besucherströme im Tages-, Wochen- oder Jahresverlauf? Und wie wirken sich temporäre Veränderungen, induziert durch Veranstaltungen oder Baustellen, auf Personenfrequenzen eigentlich aus?

Anonymisierte Mobilfunkdaten

Die zunehmende Verfügbarkeit flächendeckender und kontinuierlich erhobener Daten verändert dabei die Möglichkeiten der Innenstadtentwicklung grundlegend. Insbesondere Mobilfunkdaten erlauben heute fundierte Einblicke in reale Bewegungs- und Nutzungsmuster, die vor wenigen Jahren noch nicht möglich waren. Statt punktueller Beobachtungen oder einzelner Zählungen können Städte auf eine kontinuierliche Datengrundlage zurückgreifen. Anonymisierte Mobilfunksignalisierungsdaten ermöglichen es, Herkunftsgebiete, Aufenthaltsdauern, Besucherströme und Bewegungsmuster großräumig und kontinuierlich zu analysieren. Besonders relevant sind diese Erkenntnisse bei Herausforderungen wie Leerstand, Standortentwicklung oder Veranstaltungsmanagement. Werden Bereiche dauerhaft schwächer frequentiert, liefern die Daten wichtige Hinweise für zukunftsfähige Standortentscheidungen. Dass die Erkenntnisse weit über reine Frequenzmessungen hinausgehen, zeigt die Erfahrung vieler Städte und Wirtschaftsförderungen. Die Ergebnisse fließen bereits heute in Stadt- und Sicherheitsplanung, Marketingbewertung, Tourismusmanagement und die Erfolgskontrolle städtischer Maßnahmen ein.

Mustererkennung als Grundlage

Mobilfunkdaten ersetzen weder lokale Expertise noch den Dialog mit Akteuren vor Ort. Sie schaffen jedoch eine objektive, kontinuierliche Entscheidungsgrundlage, um Entwicklungen sichtbar zu machen, Maßnahmen zu bewerten und Entscheidungen nachvollziehbar zu treffen. Gerade in Zeiten tiefgreifender Veränderungen der Innenstädte wird die Fähigkeit, tatsächliche Bewegungs- und Nutzungsmuster zu verstehen, zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor. Denn nur wer die Mobilität von Menschen kennt, kann die Gegenwart verstehen und für die Zukunft planen und Innenstädte zukunftsorientiert entwickeln.

Matthias Traub, COO, Invenium Data Insights GmbH

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cima.monitor Deutschlandstudie Innenstadt 2026/27

Mit der „Deutschlandstudie Innenstadt 2026/27“ veröffentlicht die CIMA Beratung + Management GmbH zum dritten Mal eine repräsentative Untersuchung zur Wahrnehmung deutscher Innenstädte. Dafür wurden mehr als 5.000 Menschen befragt. Die Ergebnisse zeigen, warum sie Stadtzentren besuchen und wie sie deren Zukunft einschätzen: 83,3 Prozent möchten ihre Innenstadt künftig mindestens so häufig besuchen wie heute. Die Studie entstand in Kooperation mit dem Handelsverband Deutschland und der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland.

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