Lokale Antworten auf bundesweite Innenstadttrends: Wie Citystudien Kommunen Orientierung geben
Innenstädte stehen unter Druck. Zugleich bleiben sie der zentrale Ort, an dem sich Stadtgesellschaft, Handel, Gastronomie, Kultur, Mobilität und öffentlicher Raum verdichten: ein komplexes Zusammenspiel vieler Funktionen. Wer sie zukunftsfähig entwickeln will, braucht deshalb mehr als Einzelmeinungen, Momentaufnahmen oder pauschale Trenddebatten. Kommunen brauchen belastbare Antworten auf die Frage: Was bewegt die Menschen in unserer Stadt wirklich?
Die cima.monitor Deutschlandstudie Innenstadt liefert dafür den bundesweiten Orientierungsrahmen. Sie zeigt, welche Themen die Innenstadtentwicklung in Deutschland prägen: der Wandel des Einzelhandels, die wachsende Bedeutung von Gastronomie und Aufenthaltsqualität, neue Mobilitätsmuster, Fragen von Sicherheit und Sauberkeit, Klimaanpassung, digitale Sichtbarkeit und die Rolle der Innenstadt als Erlebnis-, Begegnungs- und Identifikationsort.
Doch jede Stadt ist anders. Was bundesweit gilt, muss vor Ort nicht in gleicher Weise gelten. Genau hier setzt die Citystudie an: Sie überträgt die zentralen Fragen der Deutschlandstudie auf die eigene Stadt und macht sichtbar, wo die lokale Innenstadt im Vergleich steht – gegenüber dem Bundesdurchschnitt, gegenüber Städten ähnlicher Größe und vor allem gegenüber den Erwartungen der eigenen Einwohnenden und auch Besuchenden.
Vom Bauchgefühl zur belastbaren Entscheidungsgrundlage
Innenstadtdebatten werden häufig emotional geführt: zu wenig Parkplätze, zu wenig Grün, zu wenig Auswahl, zu wenig Sicherheit, zu wenig Frequenz. Solche Einschätzungen sind wichtig, aber sie reichen nicht aus, um Prioritäten zu setzen. Eine Citystudie übersetzt Wahrnehmungen in Daten. Sie fragt systematisch nach Informations-, Verkehrs-, Besuchs- und Einkaufsverhalten, nach Erwartungen an Stadtbild, Angebote, Mobilität, Aufenthaltsqualität und Erlebniswert.
Der Mehrwert für Kommunen liegt darin, dass diffuse Problemlagen konkret werden. Es zeigt sich, welche Themen tatsächlich die größte Hebelwirkung haben, welche Zielgruppen besondere Aufmerksamkeit benötigen und welche Maßnahmen aus Sicht der Stadtgesellschaft Priorität haben. Das schafft eine gemeinsame Grundlage für Verwaltung, Politik, Stadtmarketing, Handel, Gastronomie, Immobilieneigentümer und weitere Innenstadtakteure.
Bundesvergleich: Einordnung statt Nabelschau
Besonders wertvoll ist der Bezug zur Deutschlandstudie Innenstadt. Denn erst der Vergleich zeigt, ob ein Befund typisch ist – oder ob er auf eine besondere lokale Herausforderung hinweist. Ist die Kritik am Einzelhandelsangebot Ausdruck eines allgemeinen Strukturwandels? Ist die Mobilitätsfrage vor Ort schärfer als in vergleichbaren Städten? Wird die Aufenthaltsqualität schlechter bewertet als im Durchschnitt? Gibt es Zielgruppen, die die Innenstadt überdurchschnittlich häufig oder selten besuchen?
Der Bundes- und Stadtgrößenvergleich hilft Kommunen, ihre Innenstadt realistisch einzuordnen. Er verhindert Aktionismus und unterstützt eine strategische Priorisierung: Was ist kurzfristig zu verbessern? Wo braucht es strukturelle Konzepte? Welche Themen müssen kommunikativ besser vermittelt werden? Und wo lohnt es sich, bestehende Stärken gezielt auszubauen?
Lokale Beispiele zeigen den praktischen Nutzen
Die beauftragten Citystudien machen deutlich, wie konkret solche Erkenntnisse werden können. In Bremerhaven wurden beispielsweise zentrale Handlungsfelder wie Handel, Aufenthaltsqualität, Klimaanpassung, Sicherheit, Sauberkeit, Mobilität, Kultur und Events herausgearbeitet. Aus den Ergebnissen lassen sich konkrete Maßnahmenprogramme ableiten – etwa zur Unterstützung des vorhandenen Gewerbebestands, zur Verbesserung von Möblierung, Grün und Aufenthaltsqualität, zur Optimierung der Erreichbarkeit oder zum aktiven Umgang mit Leerständen.
Auch Osnabrück zeigt, wie eine Citystudie Prioritäten schärft. Dort werden Stadtbild und Aufenthaltsqualität, Sauberkeit, Mobilität, Sicherheit und Einzelhandel als zentrale Handlungsbedarfe sichtbar. Gleichzeitig wird deutlich, dass eine attraktive Innenstadt nicht auf eine einzelne Funktion reduziert werden kann: Gastronomie, Treffpunkte, Kultur- und Eventangebote, attraktiver Einzelhandel, Dienstleistungen, Gesundheitsangebote, multimodale Erreichbarkeit sowie Sicherheit und Sauberkeit bilden gemeinsam das Arbeitsprogramm einer „Wohlfühlstadt“.
Damit liefern Citystudien keine abstrakten Zahlenwerke, sondern eine Grundlage für konkrete Innenstadtarbeit. Sie machen sichtbar, wo Investitionen, Kommunikation, Kooperation und Management ansetzen sollten.
Lokale Antworten auf bundesweite Innenstadttrends: Wie Citystudien Kommunen Orientierung geben
Zwischen Bundesvergleich und lokaler Befragung: Citystudien machen sichtbar, wo Innenstädte stehen und welche Maßnahmen den größten Nutzen bringen....
Beteiligung schafft Aufmerksamkeit und Akzeptanz
Eine lokale Befragung hat zudem einen kommunikativen Mehrwert. Sie lenkt öffentliche Aufmerksamkeit auf die Innenstadt und signalisiert: Die Meinung der Menschen zählt. Gerade bei kontroversen Themen wie Verkehr, Parken, Sicherheit, Sauberkeit oder Nutzungsmischung kann eine fundierte Befragung helfen, Debatten zu versachlichen.
Wer Bürgerinnen und Bürger frühzeitig einbindet, schafft Akzeptanz für spätere Maßnahmen. Die Citystudie wird damit nicht nur zum Analyseinstrument, sondern auch zum Einstieg in einen Dialogprozess: Was erwarten die Menschen? Was ist ihnen wichtig? Wo sehen sie Defizite? Und welche Stärken der Innenstadt werden vielleicht unterschätzt?
Aus Daten wird ein Handlungsprogramm Innenstadt
Der entscheidende Nutzen entsteht, wenn aus Ergebnissen Entscheidungen werden. Eine Citystudie unterstützt Kommunen dabei, ein individuelles Handlungsprogramm „Innenstadt“ abzuleiten. Sie zeigt, welche Themen prioritär sind, welche Zielgruppen differenziert betrachtet werden sollten und welche Maßnahmen sich besonders gut begründen lassen.
Das ist gerade in Zeiten knapper Ressourcen entscheidend. Kommunen können nicht alles gleichzeitig tun. Umso wichtiger ist eine Datengrundlage, die hilft, Mittel, Personal und politische Aufmerksamkeit dort einzusetzen, wo der größte Nutzen zu erwarten ist.
Fazit: Wer Innenstadt gestalten will, muss sie verstehen
Die Deutschlandstudie Innenstadt zeigt: Die City bleibt relevant – aber ihre Erfolgsbedingungen verändern sich. Einkaufen allein trägt die Innenstadt der Zukunft nicht mehr. Gefragt sind multifunktionale, gut erreichbare, saubere, sichere, grüne, lebendige und generationengerechte Zentren.
Eine Citystudie macht diese Transformation vor Ort greifbar. Sie verbindet bundesweite Trends mit lokaler Wirklichkeit, schafft Orientierung für kommunale Entscheidungen und bietet eine fundierte Grundlage für Zusammenarbeit. Für Kommunen ist sie damit weit mehr als eine Befragung: Sie ist ein strategisches Werkzeug, um die eigene Innenstadt zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Denn wer weiß, wo die eigene Innenstadt steht, kann besser entscheiden, wohin sie sich entwickeln soll.
Mehr zu unseren Citystudien finden Sie unter: https://www.cima.de/citystudien/
cima.monitor Deutschlandstudie Innenstadt 2024
Kennziffern, Trends, Erwartungen: Mit der „Deutschlandstudie Innenstadt 2024“ veröffentlicht die CIMA Beratung + Management GmbH nach 2022 zum zweiten Mal ein repräsentatives Panel zur Wahrnehmung der Themen „Innenstadt“, „Shopping“, „Erreichbarkeit“, „Nachhaltigkeit“ sowie „Freizeit, Tourismus & Leben“ in deutschen (Innen-)Städten. Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland e. V. und dem Handelsverband Deutschland e. V. erstellt und bietet eine wissenschaftliche Grundlage in der Debatte um die Zukunft der Innenstadt im Wandel.
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