Innenstadtumbau; ki-generiert
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Jetzt wird’s ernst: Wie Innenstadtumbau wirklich gelingt

Innenstadtumbau klingt auf dem Papier nach Aufbruch. In der Praxis bedeutet er zunächst oft etwas anderes: Umleitungen, Beschwerden, Lieferprobleme und die berechtigte Frage, ob das alles wirklich gut ausgeht. Genau hier trennt sich das schöne Konzept von der guten Umsetzung.

Unser cima praxisforum online zeigte anhand von Bad Endorf, Freising und Karlsruhe, worauf es in dieser entscheidenden Phase ankommt: klare Zuständigkeiten, verlässliche Kommunikation, pragmatische Lösungen und die Bereitschaft, auch dann Kurs zu halten, wenn der Alltag komplizierter wird als jede Projektpräsentation. Denn erfolgreicher Innenstadtumbau ist kein Selbstläufer. Aber er ist machbar und kann neue Qualitäten schaffen, die weit über neue Pflastersteine hinausgehen.

Jetzt wird’s ernst: Wie Innenstadtumbau wirklich gelingt
24. Juli 2026 89:31

Jetzt wird’s ernst: Wie Innenstadtumbau wirklich gelingt

Innenstadtumbau ist mehr als Pflaster und Bauzäune. Bad Endorf, Freising und Karlsruhe zeigen, wie pragmatische Lösungen und verlässliche Kommunikation zum Erfolg führen....

Baustellen brauchen mehr als Bauzäune

In Bad Endorf wurde das Baustellenmarketing von Beginn an als Teil der Umsetzung verstanden. Denn Baustellenmanagement allein – also Bauabläufe koordinieren, Erreichbarkeit sichern und Belastungen begrenzen – reicht nicht aus.

Ebenso wichtig ist es, Betroffene frühzeitig einzubinden, verständlich über Veränderungen zu informieren und konkrete Alltagsfragen zu lösen: Wie bleiben Geschäfte erreichbar? Wo können Kundinnen und Kunden parken? Wie verändern sich Buslinien und Schulwege? Und wer ist ansprechbar, wenn es trotzdem irgendwo klemmt?

Die wichtigste Erkenntnis: Baustellenmarketing ist vor allem Kommunikationsarbeit. Informieren, moderieren, vermitteln und immer wieder kleine Knoten lösen; nicht erst dann, wenn sich Unmut bereits festgesetzt hat.

Innenstadtumbau ist eine Operation am offenen Herzen

Freising zeigt, was die Steuerung eines langjährigen Umbaus im laufenden Betrieb verlangt. Mehr als 30.000 Quadratmeter Innenstadt wurden abschnittsweise umgestaltet. Handel, Gastronomie, Lieferverkehr, Feuerwehr und Veranstaltungen mussten trotzdem weiter funktionieren.

Dafür braucht es klare Verantwortlichkeiten und Menschen, die Entscheidungen treffen können. Ein Innenstadtkoordinator fungierte als zentrale Schnittstelle zwischen Verwaltung, Bauunternehmen und Gewerbetreibenden. Wenn ein Container eine Anlieferung blockierte, wurde nicht erst die nächste Arbeitsgruppe terminiert, sondern eine praktikable Lösung organisiert.

Ebenso wichtig war die Präsenz vor Ort: Feuerwehrzufahrten wurden gemeinsam erprobt, Liefermöglichkeiten angepasst und Wege durch die Baustelle aktiv gestaltet. Veranstaltungen und Aktionen halfen, weiterhin Publikum in die Innenstadt zu bringen. Als erste Bauabschnitte fertig waren, wich die anfängliche Skepsis zunehmend der Vorfreude auf das Ergebnis.

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Schöne Steine allein machen noch keine Innenstadt

Karlsruhe brachte die Perspektive eines Großprojekts ein: 19 Jahre Bauzeit, rund 1,5 Milliarden Euro Gesamtinvestitionen und grundlegende Eingriffe in Verkehr und öffentlichen Raum.

Das Beispiel zeigt, wie stark sich Anforderungen während langer Planungs- und Bauprozesse verändern können. Heute geht es nicht nur um ein hochwertiges Stadtbild. Öffentliche Räume müssen flexibel nutzbar, klimaangepasst und veranstaltungstauglich sein. Erdgeschosszonen, grün-blaue Infrastruktur, Mobilität und unterschiedliche Nutzungsansprüche müssen zusammengedacht werden.

Für Kommunen bedeutet das: Auch ein beschlossener Entwurf darf kein Denkverbot für spätere Anpassungen sein. Stadtentwicklung ist schließlich nie fertig. Was gelegentlich unbequem ist, aber deutlich besser als Stillstand.

Was Kommunen aus den drei Beispielen mitnehmen können

Erfolgreiche Umsetzung beginnt frühzeitig und nicht erst mit dem ersten Baustellentag. Sie braucht feste Ansprechpersonen, kurze Entscheidungswege und eine ressortübergreifende Zusammenarbeit. Kommunikation ist dabei keine begleitende Dekoration, sondern Teil der Projektsteuerung.

Ebenso entscheidend ist die Bereitschaft, im laufenden Prozess nachzusteuern. Nicht jede Situation lässt sich vorab planen. Aber Verantwortlichkeiten, Abstimmungswege und ein gemeinsames Ziel lassen sich sehr wohl vorbereiten.

Oder, wie Tobias Eschenbacher es im Webinar auf den Punkt brachte:

Tobias Eschenbacher, Quelle: Dirk Daniel Man
Deshalb lassen sich Lösungen nicht kopieren. Erfahrungen dagegen kann man teilen.

Tobias Eschenbacher, Senior Advisor cima

eschenbacher@cima.de
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cima.praxisforum – Fachimpulse, Praxiswissen und Austausch

Die Veranstaltungsreihe cima.praxisforum bietet Raum für aktuelle Themen, praxisnahe Einblicke und den direkten Austausch mit Fachleuten. Ob online oder vor Ort: In kompakten Formaten zeigen wir erprobte Lösungen, gute Beispiele und neue Perspektiven für Kommunen, Regionen und Innenstadtakteure.

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